Dienstag, 14.07.2020 04:24 Uhr

CORONA und Umweltbewusstsein?

Verantwortlicher Autor: Gabriele Maria Perklitsch Klagenfurt, 09.05.2020, 14:18 Uhr
Presse-Ressort von: Gabriele M Perklitsch Bericht 6489x gelesen
CORONA und UMWELTBEWUSSTSEIN?
CORONA und UMWELTBEWUSSTSEIN?  Bild: Gabriele Maria Perklitsch

Klagenfurt [ENA] Nachhaltigkeit in Coronazeiten? Corona und Umweltbewusstsein? Kann das zusammen funktionieren? Die Vollbremsung der Weltwirtschaft schafft viele Verlierer. Die Umwelt hingegen „atmet“ im wahrsten Sinne des Wortes auf. Sie zählt, aus heutiger Sicht zumindest temporär, zu den absoluten Gewinnern.

Die Ausgangs- und Bewegungseinschränkungen von inzwischen mehr als 2,5 Milliarden Menschen bedeuten ein rasches und sichtbares Regenerieren des ganzen Planeten. Dies ist derzeit überall hör- und sichtbar. Klares Wasser, wo vorher nur stinkiges Gewässer vorzufinden war. Zwitschernde Vögel, mehr Tierarten und smogfreier Himmel. Die verordnete „Zwangspause“ an die Menschen hat der Umwelt also sehr viel genützt und kommt indirekt der Menschheit und ihrer Gesundheit wieder zugute. Die Reduktion von Produktion in der Schwerindustrie und die quasi auf Null gestellte Tourismus- und Reisebranche bedeuten für die Umwelt stark reduzierten Verkehr und somit deutlich geringere Emissionen. In Zahlen ausgedrückt lässt sich dies noch besser verdeutlichen.

In den USA sind z.B. die Benzinverkäufe im Vergleich zum Vorjahr um ca. 48 % eingebrochen. Erstmals, seit der Finanzkrise, hat die Coronakrise und der erzwungene großflächige „Shut Down“ dazu geführt, dass die CO2-Emissionen WELTWEIT zurückgegangen sind. Für die Umwelt und für unsere Gesundheit scheint das wie ein Lotto Sechser – ein Hauptgewinn. Kurzfristig zumindest, wie gesagt. Fragen drängen sich schnell auf: Wie lange hält diese positive „grüne Welle“ an? Wie schnell werden diese positiven Umweltauswirkungen infolge der drohenden „Corona-Rezession“ wieder an Kraft verlieren und sich vielleicht sogar ins Gegenteil kehren? Wie werden unsere Zukunftsentscheidungen aussehen? Haben wir etwas gelernt oder machen wir weiter wie gewohnt?

In den nächsten Monaten wird es politisch gesehen vor allem zuerst um „Corona“ und die wirtschaftliche Erholung gehen. Die weitere Entwicklung wird es zeigen, wie „teuer“ ein nachhaltiger Wandel des Umweltbewusstseins sein wird und wie eng die Verzahnung zwischen Wirtschaftswachstum und menschlichem Fussabdruck ist und was dies den Menschen „wert“ sein wird. Wir werden sehen, wer welchen Wert welchen Themen beimessen wird. Was wird uns die Politik vermitteln? Was die sogenannten Gesundheits- und Wirtschaftsexperten? Kommt die Umwelt wieder in Bedrängnis? Wird auf unsere Lebensgrundlage den Planeten geachtet? Was wird die Bevölkerung kundtun? Haben wir schlussendlich auch etwas aus der "Corona-Krise" gelernt?

Angesichts der von den meisten Menschen noch gefürchteten „Corona-Pandemie“ dürfte der Klimawandel vielen derzeit nicht so bedrohlich erscheinen wie noch vor einem Jahr. Bei einer bevorstehenden Rezession, besteht das hohe Risiko, dass nachhaltiger Wandel des Umweltbewusstseins stagniert und die Bevölkerung aufgrund existentieller Sorgen, wieder schnell die brisanten Klimathemen hintanstellen. Die Corona-Angst herrscht derzeit allerorts vor. Angst um das eigene Leben oder das Leben von Familienmitgliedern und Freuden. Angst, die eigene Existenzgrundlage zu verlieren. Angst vor Verlust des Jobs oder der Wohnung. Angst, krank zu werden oder zu sterben. Angst macht jedoch starr und nicht handlungsfähig. Wir brauchen besonnenen Aktionismus.

Corona bringt massive Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft mit sich. Man wird sehen, wie die Menschheit weiter mit dieser Krise umgehen wird. Klug und besonnen, oder durch Angst und Panik gelenkt? Es ist Zeit, achtsam und vorsichtig voran zu gehen und nicht nur ausschließlich die wirtschaftliche Dimension im Auge zu behalten. Denn die Zeit mit Corna hat uns gezeigt, wie schnell unsere Welt durch Umwelt- und Gesundheitskrisen ins Wanken kommen kann. Beides ist miteinander direkt verzahnt. Die Welt ist komplex und noch komplexer geworden. Wir sind alle miteinander stark vernetzt und mannigfaltige Systeme komplex miteinander verbunden. Wenn im Gesamt-System ein gewisser Bereich Schaden nimmt, kann das in einer großen Krise enden.

Eingriffe in diese komplexen Lebens-Systeme können ohne entsprechende Achtsamkeit und Ethik letztendlich zu unkontrollierbaren und unbestimmten Katastrophen führen. Das hält uns die „Corna-Krise“, die „Corna-Pandemie“, nur allzu klar vor Augen und lässt uns das am eigenen Leben spüren. Achtsamkeit und Wertschätzung, hohes Ethikbewusstsein und Respekt für Mensch, Tier und Natur sollten zukünftig kompromisslos im Fokus stehen. Auch unter politischen und wirtschaftlichen Aspekten sollte das Tun aller Akteure so ausgerichtet sein, dass unser Lebensraum und das Leben als wertvollstes Gut geschützt wird gegen Machtstreben und Gier. Gemeinsam mit Bedacht und Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vor dem Leben und für das Leben.

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